Songpyeon Rezept: Koreanischer Reiskuchen sagt „Danke“


songpyeon

Was sind Songpyeon 송편?


Sie sind bunt wie französische Macarons, halbmondförmig wie italienische Mezzelune und so variantenreich und vielfältig wie alle Küchen dieser Welt auf einem Teller. Allerdings sind die süßen koreanischen Reiskuchen mit dem klingenden Namen Songpyeon nicht nur ein Augen- und Gaumenschmaus, sondern auch ein Dank an die Ahnen und Götter. Gefertigt werden sie aus einem bunten Teig aus Reismehl mit verschiedenen Füllungen.

Doch die eigentliche Geheimzutat steckt in der Zubereitung. Gegart im Wasserdampf auf einem Bett von Pinien- oder Kiefernnadeln, werden ätherische Öle freigesetzt. Ihr markanter Duft ist hier nicht nur Geschmacksverstärker, sondern auch sehr gesund und wohltuend. Sie werden traditionell an einem der höchsten koreanischen Feiertage zubereitet, dem Chuseok. Auf der Suche nach einem Songpyeon Rezept wird man schon sehr bald feststellen, dass es sich hier nicht nur um Gerichte mit Geschichte handelt, sondern um eine sehr umfangreiche Tradition, die in jedem ordentlichen koreanischen Haushalt bis heute hochgehalten wird.

Was ist Chuseok 추석?


In Südkorea ist das Fest Chuseok vergleichbar mit unserem Erntedankfest. Dieser Feiertag findet immer zur Zeit des Sommer-Vollmondes statt. Traditionellerweise versammelt sich die ganze Familie dafür im Haus des Oberhauptes oder Ältesten, um zu feiern und sich für die Segnungen des letzten Jahres zu bedanken. Nicht fehlen dürfen dabei natürlich reichlich Speis und Trank. Diese werden vor Ort zubereitet, aber auch von der angereisten Verwandtschaft mitgebracht. Die größte Bedeutung kommt hierbei zweifelsohne den Songpyeon zu. Neben Chuseok wird ebenfalls an Seollal (Neujahr, nach dem Mondkalender) in Teilen Koreas Songpyeon gegessen.

Woher stammt das Gericht Songpyeon?


Die Übersetzung „koreanischer Reiskuchen“ lässt es schon vermuten: Korea ist die Heimat dieser bunten Vielfalt. Wörtlich übersetzt bedeutet die erste Silbe „Song“ Nadelbaum oder Pinie. Das ätherische Kiefernadelöl ist es nämlich letztendlich, das den unvergleichlichen Geschmack der Songpyeon ausmacht. Seine wohltuende Wirkung auf unsere Gesundheit spielt dabei natürlich ebenfalls eine Rolle. Der zweite Wortteil „pyeon“ bedeutet gedämpfte Reiskuchen. Über die genaue Herkunft und Entstehungsgeschichte der auch als Rice Cake bekannten kleinen Köstlichkeit gibt es viele Theorien, aber nur wenige Fakten. Ihre Form ist wahrscheinlich dem Mond geschuldet, der das Fest Chuseok traditionell einläutet und erhellt.

Was ist typisch für die koreanische Küche?


Eine Hauptrolle spielt natürlich – wie in der gesamten Küche Asiens – Reis. Allerdings zeichnet sich die traditionelle Kochkunst Koreas durch ein paar Besonderheiten aus. So liebt man dort zum Beispiel Suppen und Eintöpfe ganz besonders. Diese dürfen gern deftig sein und stellen meist eine vollwertige Mahlzeit dar. Dann gibt es natürlich den Superstar der koreanischen Küche, der einstmals Alleinstellungsmerkmal war, seinen Siegeszug inzwischen aber um die halbe Welt angetreten hat.

Die Rede ist natürlich von Kimchi. Der fermentierte Kohl ist ein wichtiges und äußerst vielseitiges Basic innerhalb der landestypischen Gastronomie Koreas. Während früher hauptsächlich vegetarischen Speisen der Vorzug gegeben wurde, kommt heutzutage auch reichlich Fleisch auf die Teller. Fisch, Meeresfrüchte, Seetang, Nudel- und Reisgerichte, wie das bekannte Bibimbap, sind ebenfalls stark vertreten. Ihren Ursprung hat die heute so vielfältige und beliebte Kochkunst Koreas übrigens in China. Sein Einfluss ist noch immer an der Zusammensetzung mancher Gerichte klar zu erkennen.

Welche Zutaten benötigt man für die Zubereitung von Songpyeon?


Für ein typisches koreanisches Reiskuchen-Rezept (pro Farbe circa 16 Stück) benötigt man folgende Zutaten:

2 Tassen Reismehl pro Farbvariante
Pinien- oder Kiefernnadeln aus biologischer Herkunft (circa 150 Gramm)
1 Teelöffel Sesamöl (zum Schluss)


Für den gelben Teig:
2 Tassen Reismehl
⅓ Tasse gekochter, dampfend heißer Kabocha-Kürbis (püriert)
1 Esslöffel plus eventuell mehr kochend heißes Wasser


Für den grünen Teig:
2 Tassen Reismehl
1 bis 2 Esslöffel Matcha-Teepulver


Für den pinkfarbenen Teig:
2 Tassen Reismehl
4 Esslöffel heißer Himbeersaft


Für den purpurfarbenen Teig:
2 Tassen Reismehl
4 Esslöffel heißer Blaubeersaft


Für die Füllung jeweils einer Farbvariante:
⅓ Tasse (geröstete) Sesamsamen
1 bis 2 Esslöffel Zucker
1 Esslöffel Honig
1 Prise Salz


Welches Reismehl eignet sich für den Songpyeon-Teig am besten?


Traditionell wird kein Klebereis für die Herstellung des Teiges verwendet, sondern herkömmlicher Rundkornreis. Dieser wird über Nacht eingeweicht und muss anschließend gut abtropfen. Je feiner das gemahlene Mehl, desto besser. Dafür bedient man sich entweder eines besonders leistungsstarken Mixers oder einer klassischen Kaffeemühle.

Koreanische Reiskuchen selber machen: So einfach geht das Songpyeon Rezept


Schritt 1: Songpyeon-Teig zubereiten

Schritt 1: Songpyeon-Teig zubereiten

Pro Farbvariante wird ein separater Teig hergestellt. Das Reismehl wird dabei mit den natürlichen Färbemitteln vermengt. Die flüssigen Zutaten müssen dann wirklich kochend heiß sein. Was die Menge betrifft, ist Vorsicht besser als Nachsicht. Wird der Teig zu fest oder krümelt noch, können immer noch Wasser oder Saft zugegeben werden. Am besten vermengt man die heiße Flüssigkeit mit dem Reismehl schnell und mit einem Löffel. Sobald die Mischung einigermaßen abgekühlt ist, muss von Hand geknetet werden. Der Teig darf im Anschluss 20 Minuten in Frischhaltefolie verpackt ruhen. In dieser Zeit kann man sich um die übrigen Farbvarianten kümmern. Die Vorgehensweise ist jeweils dieselbe.


Schritt 2: Songpyeon-Füllung zubereiten

Schritt 2: Songpyeon-Füllung zubereiten

Die Sesamsamen werden in einer Pfanne ohne Zugabe von Öl oder Fett geröstet, bis sie den typischen Duft entfalten. Vorsicht: Sie verbrennen sehr schnell und schmecken dann bitter. Anschließend werden sie in einem Hochleistungsmixer bestmöglich zermahlen. In einer Schüssel werden Sesam mit Salz, Zucker und Honig zu einer glatten Masse verrührt.


Schritt 3: Songpyeon in die richtige Form bringen

Schritt 3: Songpyeon in die richtige Form bringen

Man beginnt mit jenem Teig, der sich am längsten ausruhen durfte und teilt ihn in zwei Hälften. Diese formt man zu Rollen mit einem Durchmesser von circa 2 bis 2,5 Zentimetern. Aus ihnen schneidet man möglichst gleich große Stücke. Koreanische Hausfrauen nehmen den menschlichen Augapfel als Maßstab dafür her. Augenmaß auf Koreanisch, quasi. Jeder Teig-Ball wird zuerst zwischen den Handflächen hin und her gerollt. Die Körperwärme macht den Teig elastisch. Der Rest sollte bis zu seiner Verarbeitung unbedingt weiterhin abgedeckt bleiben, da er rasch austrocknen kann. Mit einem Finger bohrt man nun zuerst ein Loch, dann eine Mulde in den Teigball. Diese formt man mit den Händen zu einer kleinen Schüssel aus, in welche circa ein gestrichener Teelöffel der Füllung kommt. Am besten presst man diese mit dem Rücken des Löffels fest auf den Teig. Diesen verschließt man dann sorgfältig und rollt den Songpyeon noch einmal zwischen den Händen, damit keine Luft im Inneren zurückbleibt. Welche Form man seinen koreanischen Reiskuchen gibt, entscheidet das Auge des Betrachters. Sie können als Kugeln oder eiförmig gedünstet werden. Klassisch bekommen sie eine liebevolle Zupfmassage, die ihnen eine dekorative Naht an der Oberseite verleiht. Diesen Vorgang wiederholt man, bis alle Teige aufgebraucht sind. Natürlich steht im Anschluss auch einem aufwendigen Dekor aus Teigresten nichts im Wege.


Schritt 4: Dämpfen

Schritt 4: Dämpfen

Traditionellerweise benutzt man einen original koreanischen Dampfaufsatz für die Zubereitung seiner Songpyeon. Ein Topf mit kochendem Wasser und ein herkömmlicher Dampfeinsatz gehen mit ein wenig Erfahrung allerdings auch. Wichtig ist, dass nun die Piniennadeln zum Einsatz kommen. Sie bilden die unterste Schicht und somit ein herrlich duftendes Bett für die liebevoll zubereiteten Reiskuchen koreanischer Art. Bei geschlossenem Deckel dürfen die kleinen Kunstwerke 20 Minuten lang vor sich hin dampfen. Anschließend werden sie in kaltem Wasser kurz abgespült.


Schritt 5: Abschrecken und Anrichten

Schritt 5: Abschrecken und Anrichten

Anschließend werden sie in kaltem Wasser kurz abgespült. Um ein Aneinanderkleben zu verhindern, wird jeder einzelne Songpyeon mit Sesamöl bestrichen oder darin geschwenkt.


Was man bei der Zubereitung von Songpyeon beachten sollte


Zugegeben: Ein schnelles Gericht für Anfänger:innen und Ungeübte sind die koreanischen Reiskuchen sicher nicht. Dennoch kann mit ein wenig Fingerspitzengefühl nicht allzu viel schiefgehen. Der Teig steht und fällt mit der Wahl des richtigen Reismehls. Es lohnt sich definitiv, dieses selbst herzustellen oder auf fertige Mischungen von hochwertiger Qualität zurückzugreifen (z. B. EasyCookAsia). Auch keine gute Idee: Beim Einfärben des Teiges künstliche Lebensmittelfarbe als Abkürzung zu benutzen. Diese kann zwar Farbeffekte erzielen. Allerdings sollte man sich kein homogenes und intensives Ergebnis für seine hausgemachten Rice Cakes erhoffen.

Welche Füllungen für Songpyeon gibt es?


Neben der klassischen Füllung aus gerösteten Sesamsamen sind auch Rice Cake Rezepte bekannt, die mit einer Füllung aus Sojabohnen, Kastanien und sogar Eicheln überzeugen.

Eine schnelle und besonders schmackhafte Version sind koreanische Reiskuchen mit einer Füllung aus Mungo-Bohnen-Pulver. Dafür wird eine Vierteltasse getrocknete und geschälte Mungo-Bohnen unter kaltem Wasser abgespült und getrocknet. Mit derselben Menge Wasser und einer Prise Salz werden die Hülsenfrüchte für circa 30 Minuten bei schwacher Hitze gekocht. In einem Sieb gut abtropfen und trocknen lassen. Mit einer Gabel oder einem Löffel können die Bohnen dann zu einer trockenen, pulverähnlichen Paste zerdrückt werden. Nach dem Abkühlen mit 1 bis 2 Esslöffeln Zucker gut vermischen. Diese Füllung punktet neben ihrem typischen Geschmack auch mit einer Extradosis Protein.

Welche Songpyeon Variationen gibt es?


Wer bei der Suchmaschine seiner Wahl „rice cake“ oder „Koreanischer Reiskuchen süß“ eingibt, wird sein kunterbuntes Wunder erleben. Wie es für sogenannte Tempelspeisen oder besonders feierliche Gerichte nun einmal üblich ist, haben sich im Laufe der Jahrhunderte unzählige Varianten gebildet. Die Farben, Formen und Füllungen sind so vielfältig wie die asiatische Küche es eben auch ist. Ihre unterschiedlichen Erscheinungsformen und Geschmacksnuancen sind ihrer Herkunft geschuldet:

Chungcheong-do
Diese Provinz ist im westlichen unteren Drittel Koreas angesiedelt und war einst eine der acht historischen Gründer-Provinzen des Landes. Die Gegend ist berühmt-berüchtigt für ihre süßen Kürbis-Songpyeon. Wichtigste Zutat dafür: frisch geerntete Herbstkürbisse. Als Füllungen kommen gesüßte Kastanien oder geröstete Sesamsamen zum Zug. Geformt werden sie zu kleinen Mini-Kürbissen.


Jeju-do
Auf der Vulkaninsel Jeju kommen gesüßte Erbsen als Füllung in die Songpyeon. Ihre Form erinnert stark an eine fliegende Untertasse. Manche Köch:innen formen ihre Rice Cakes dort auch zu Ehren der lokalen seismischen Aktivitäten wie kleine Vulkankrater. Nach dem Dämpfen werden die süßen Reiskuchen dort noch zusätzlich in Öl geschwenkt.



Seoul
Songpyeon aus der Provinz Seoul sind bunter und kleiner als die üblichen. Gefärbt wird dort ausschließlich mit natürlichen Farbstoffen wie Beifuß, Omija-Beeren, Gardeniensamen oder Traubensaft. Die süßen Rice Cakes sind klassisch mit gerösteten Sesamsamen und Honig gefüllt, aber auch gesüßte Mungo-Bohnen oder die typische und vielseitig verwendbare rote Bohnenpaste kommen zum Einsatz.



Jeolla-do
Aus dieser Provinz an der südwestlichsten Spitze Koreas kommen die wahrscheinlich schönsten koreanischen Reiskuchen überhaupt. Die Region ist bekannt für ihre märchenhaften Blumen-Songpyeon, die wieder ausschließlich mit natürlichen Farbstoffen wie den Omija-Beeren, Beifuß oder Fruchtsaft gefärbt werden. Jedes einzelne Stück wird in aufwändiger Handarbeit gefertigt oder in die Form einer Blume gepresst.



Gyeongsang-do
Angesiedelt im Südosten Koreas punktet die Provinz Gyeongsang definitiv mit einer Sonderform der Songpyeon. Koreanische Reiskuchen sind dort im wahrsten Sinne des Wortes eine große Sache. Die lokal servierten Rice Cakes haben mit den detailverliebten Petit Fours so gar nichts mehr gemeinsam. Sie wirken sehr rustikal mit einem leicht bitteren Beigeschmack. Für diesen zeichnet das Kudzu-Pulver im Teig verantwortlich. Gewonnen wird es aus einer wilden Weinsorte, die viele gesundheitliche Benefits mitliefert. Die Füllung bestreiten üblicherweise gesüßte rote Bohnen.



Gangwon-do
In diesem Teil Südkoreas sind Kartoffeln und Eicheln wichtige Grundnahrungsmittel. Die Gegend ist karg und die Erträge aus dem Anbau von Obst und Gemüse daher entsprechend überschaubar. Die typischen Songpyeon werden traditionell aus einer Mischung aus Kartoffelstärke und fein vermahlenem Eichelpulver hergestellt. Durch das Dämpfen werden die Reiskuchen fast transparent. Auch die typische Halbmondform sucht man dort vergeblich. Die Songpyeon sind flacher und weisen deutliche Einkerbungen der Fingerspitzen auf.



Wie schaut es mit den Nährwerten aus?


Wie jedes Festtags-Gericht sind auch die koreanischen Reiskuchen kalorientechnisch nicht zu unterschätzen. 100 Gramm schlagen mit circa 100 Kalorien zu Buche.

FAQ


💬 Woher kommen Songpyeon?
Die süßen Reiskuchen sind ein landestypisches Gericht aus Korea.


💬 Welche Zutaten braucht man für Songpyeon?
Reismehl, diverse natürliche Farbstoffe und Sesamsamen, Honig und Zucker sind die Hauptzutaten dafür.


💬 Wie lange dauert die Zubereitung von Songpyeon?
Zwei Tage Zeit sollte man einkalkulieren, wenn man koreanischen Rice Cake selber machen möchte.


💬 Wie kann ich Songpyeon einfach zu Hause kochen?
Koreanische Reiskuchen selber machen, ist keine Hexerei. Außerdem gibt es auch für dieses Traditionsrezept inzwischen ein paar smarte Helfer, die elegante Abkürzungen anbieten. Mit der Songpyeon Kochbox von EasyCookAsia zum Beispiel ist die größte Klippe schon einmal erfolgreich umschifft, nämlich die richtigen Zutaten in Original-Qualität zu finden